Entspannungstraining

Entspannungstraining

„Wenn es funktioniert –mach mehr davon. Wenn das, was du tust, nicht funktioniert, dann mach etwas anderes.“
(Steve de Shazer)

Alle Entspannungstrainings zeichnen sich dadurch aus, dass man sich auf bestimmte Bereiche der Wahrnehmung konzentriert und so unerwünschte Gedanken und “Grübeleien” aus dem Kopf bekommt. Neben dieser “gedanklichen Konzentration” tritt eine körperliche Entspannung ein. Sie zeigt sich in entspannter Muskulatur, einem Gefühl der Schwere, verstärkter Durchblutung der Haut, einem Wärmegefühl, häufig auch begleitet von einem leichtem Kribbeln der Haut oder dem Gefühl von Pulsieren in den Fingern. Eine ruhige und etwas verlangsamte Atmung sowie ein gleichmäßiger und ruhiger Herzschlag machen das angenehme Gefühl von Entspannung komplett.

Bei regelmäßigem üben erreichen Sie vertiefte Erholung und Gelassenheit. Sie stärken das Abwehrsystem Ihres Körpers und erreichen Einfluss auf Bereiche des Nervensystems, die einem sonst verwehrt bleiben. Dies drückt sich z.B. in verbesertem Schlaf aber auch in der Fähigkeit die Schmerzwahrnehmung zu beeinflussen aus.

Progressive Muskelentspannung

Die progressive Muskelentspannung wurde 1938 von einem amerikanischen Arzt und Wissenschaftler, namens Edmund Jacobson, entwickelt, der sich mit der Funk-tionsweise der Muskulatur beschäftigte. Es fiel ihm auf, dass innere Unruhe, Stress und Angst eine Anspannung der Muskulatur bewirken (im Volksmund: “Angst im Nacken”, “auf dem Sprung sein”). Er entwickelte ein Training, in dem in einer bestimmten Reihenfolge verschiedene Muskelgruppen im Körper an- und entspannt werden. Hierbei wird die natürliche Tendenz der Muskulatur ausgenutzt, nach “getaner Arbeit” zu ermüden und damit zu entspannen. Im Laufe des Trainings wird zuerst ein muskulärer Entspannungszustand im gesamten Körper angeregt. Über zentralenervöse Prozesse im Gehirn wird die Entspannung dann auf andere Körperbereiche, wie z.B. das Herz-Kreislauf-System, die Atmung oder Magen und Darm übertragen. Körper und Psyche kommen zur Ruhe.

Autogenes Training

Das autogene Training wurde etwa um 1930 vom Berliner Nervenarzt Dr. Johannes Heinrich Schultz aus der Hypnose abgeleitet. Entspannungsgefühle, die wir alle kennen, wie schwere Arme und warme Hände und Füße fasste er in Formeln zusammen, auf die man sich während des Trainings konzentriert. Dies soll ohne Druck, mehr in Form eines “Geschehen lassens” als durch aktives Tun passieren. Durch Konzentration wird zunächst eine Focussierung im Bewusstsein und dadurch eine Beruhigung im Nervensystem erreicht. Dann setzt die körperliche Entspannung im Bereich der Muskulatur, des Herz-Kreislauf-Systems, der Atmung oder des Magen und Darms ein. Alle Mechanismen ergänzen sich und führen zu einer konzentrierten tiefen Entspannung.

Entspannungsreisen

Fantasie-, Märchen- oder Traumreisen sind imaginative Verfahren. Sie werden zum Aufspüren von innerer Kraft und Weisheit oder zur Schaffung eines sicheren Ortes eingesetzt. Als Entspannungsverfahren wirken sie therapeutisch. Sie werden als Geschichten von einem Sprecher erzählt. Ein tiefer Ruhe- und Erholungszustand wird durch eine entspannte Körperposition, die Zuwendung durch den Sprecher sowie die Hinwendung auf die meist als angenehm erlebten Bilder in der eigenen Fantasie erzielt. Durch eine herabgesetzte Muskelspannung kommt es zu einer körperlichen und seelischen Entspannung. Der Zuhörer stellt sich innere Bilder zu den Texten vor, in die möglichst viele angenehme Sinneseindrücke eingebaut sind. Fantasiereisen sind eine wertvolle Methode, um innere Ressourcen und Lösungsstrategien für aktuelle Aufgaben und Probleme zu finden.